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Wandel der Arbeitswelt - Teil 1:
Entwicklungstrends in Deutschland
Von Jutta Rump
Ökonomische, gesellschaftliche und demografische Entwicklungstrends werden im Laufe der nächsten zehn Jahre die heutige Arbeitswelt entscheidend beeinflussen.
Ökonomische Trends

Internationalisierung: Seit den Siebzigerjahren ist die Exportquote Deutschlands kontinuierlich gestiegen. Des weiteren investieren immer mehr deutsche Unternehmen im Ausland. Auch die Anzahl der weltweiten Fusionen hat sich alleine im Zeitraum von 1990 bis 2000 von rund 9.000 auf 25.000 erhöht. Es wird deutlich, dass Internationalisierung betriebliche Realität geworden ist.

Entwicklung zur Wissensgesellschaft: Nachdem Gutenberg die Druckerpresse erfunden hatte, dauerte es mehr als 300 Jahre, bis sich das Volumen der Informationsmedien weltweit verdoppelte. Heute erfolgt eine Verdoppelung nahezu alle fünf Jahre. In den nächsten zehn Jahren wird sich das Wissen in der Hälfte der Zeit verdoppeln. Gleichzeitig sinkt die Halbwertszeit von Wissen rapide. Wissen ist in immer kürzerer Zeit überholt - dies gilt umso mehr, je spezieller dieses Wissen ist. Die fortschreitende Internationalisierung von Wirtschaft und Wissenschaft führt darüber hinaus zu einer Globalisierung des Wissens. Raum- und Zeitdifferenzen spielen eine immer geringere Rolle.
Um dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen Produkte und Dienstleistungen anbieten, die sich durch Neuartigkeit und Hochwertigkeit von der Konkurrenz abheben. Außerdem verringert sich die Zeitspanne zwischen Erfindung und kommerzieller Anwendung eines Produktes. Da sich der Produktlebenszyklus verkürzt, müssen Investitionen in Forschung und Entwicklung, Produktion sowie Marketing schneller amortisiert werden. Solch ein kontinuierlicher und beschleunigter Wertschöpfungsprozess erfordert ein hohes Maß an Wissen.

Tertiarisierung der sektoralen Entwicklung: Derzeit sind 63% der Beschäftigten im Dienstleistungssektor tätig. 34% der Erwerbstätigen gehören dem sekundären Sektor an, wobei 48% von ihnen dort eine Dienstleistungstätigkeit ausüben. Auf Grund der weiteren Abwanderung der Massenproduktion in Niedriglohnländer, des Outsourcings von haushaltsnahen Dienstleistungen, der steigenden Nachfrage nach Pre- und Aftersales-Services sowie der Zunahme von wissensintensiven Gütern dürfte sich der Trend zur Tertiarisierung fortsetzen.

Technologische Entwicklung: Die Informations- und Kommunikationstechnologie gehört heute sowohl im beruflichen Bereich als auch im Privatleben zum Alltag. Sie verbessert nicht nur die Zusammenarbeit und Koordination trotz räumlicher Trennung und zeitlicher Unterschiede, sondern schafft auch eine größere Unabhängigkeit bei der Aufgabenbewältigung.
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