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Das Employability-Konzept der Deutsche Bank AG
Von Heinz Fischer und Ralf Brümmer
Im Rahmen eines facettenreichen Employability-Konzepts bietet die Deutsche Bank AG Unterstützungsmaßnahmen für die berufliche Weiterqualifizierung oder Neuorientierung an. Im Gegenzug fordert sie von ihren Mitarbeitern Selbstverantwortung und Aktivität zur Förderung ihrer Beschäftigungsfähigkeit ein.
Flexible projektbezogene und netzwerkartig aufgebaute Organisationsformen, in denen Arbeit immer weniger zeit- und ortsgebunden erbracht wird, ersetzen zunehmend das Normalarbeitsverhältnis. Die ökonomische Notwendigkeit, anpassungsfähige Belegschaftsstrukturen zu schaffen, trifft dabei auf stärker lebensphasen-orientierte Vorstellungen der Arbeitnehmer, zum Teil allerdings auch auf ein ausgeprägtes Anspruchsdenken und eine Mentalität des Verharrens in Routinen und passiver Opferhaltung. Es muss jedoch die Erkenntnis reifen, dass eine sichere Erwerbsquelle heute und in Zukunft abhängig ist von der unbedingten und steten Bereitschaft zur Weiterbildung, zu Flexibilität und zum Wechsel - die Schlüsselkriterien der individuellen Beschäftigungsfähigkeit (Employability).

Vor diesem Hintergrund erwächst den Unternehmen die Verantwortung, für die Beschäftigungssicherung ihrer Mitarbeiter rechtzeitig Vorsorge zu treffen und mit diesen wie mit den Arbeitnehmervertretern in einen ehrlichen und vorbehaltlosen Dialog einzutreten. Die Botschaft ist eindeutig: schon heute kann kein Unternehmen seinen Angestellten einen lebenslangen Arbeitsplatz garantieren. Ersetzt werden kann diese in früherer Zeit gegebene Sicherheit aber durch das Versprechen, alles zu tun, die Beschäftigungsfähigkeit jedes Einzelnen am Arbeitsmarkt zu fördern.

Als sich die Deutsche Bank Ende der Neunzigerjahre einem einschneidenden Strukturwandel unterziehen musste, waren im Kontext dieser Reorganisationsmaßnahmen in Deutschland 4.500 Arbeitsplätze betroffen. 1998 wurde deshalb innerhalb des zentralen Personalbereichs das Ressort Beschäftigungsmodelle gegründet. Seine Aufgabenstellung: die Schaffung sinnvoller Alternativen zu den gängigen Instrumentarien eines sozial verträglichen Stellenabbaus.

Deutsche Bank-Mosaik für Beschäftigung

In nur knapp neun Monaten wurde das Deutsche Bank-Mosaik für Beschäftigung in seiner Grundform entwickelt. Bis heute wird direkt auf veränderte Bedürfnisse reagiert, neue Bausteine kommen hinzu, andere verändern ihr Gesicht. Die Zielsetzung ist jedoch unverändert die

  • Schaffung beruflicher Perspektiven und Alternativen in Restrukturierungsprozessen;
  • Flexibilisierung des internen Arbeitsmarktes;
  • präventive und gezielte Förderung der Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter.

Das Mosaik bietet eine breite Palette an traditionellen und innovativen Beschäftigungsinstrumenten und unterscheidet sich in zweierlei Hinsicht von den Ansätzen anderer Unternehmen: Zum einen geht es darum, jedem Einzelnen eine möglichst vielfältige Angebotspalette zu bieten, um sehr individuelle Antworten auf die Anforderungen der heutigen Arbeitswelt, das eigene Qualifikationsprofil und die persönliche Lebenssituation zu finden. Zum  anderen soll das Bewusstsein der Mitarbeiter für die veränderte Arbeitswelt und die daraus resultierende Bedeutung für die eigene berufliche Perspektive  geschärft werden, damit sie selbst rechtzeitig und aktiv Maßnahmen für ihre eigene Beschäftigungsfähigkeit ergreifen können.

Die Angebote basieren dabei auf zwei Säulen: die Selbstverantwortung der Mitarbeiter für die eigene berufliche Entwicklung und die Verantwortung des Unternehmens, entsprechende Rahmenbedingungen und Vorsorgemaßnahmen zur Beschäftigungssicherung zu schaffen. Die Entscheidung, diese Angebote des Unternehmens dann auch zu nutzen, kann nur bei jedem Einzelnen liegen. Die Deutsche Bank fordert hier eine entsprechende Eigeninitiative der Mitarbeiter ein.

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